Jedes Kind ist einzigartig, ist etwas ganz Besonderes - geliebt, erwartet und herbeigesehnt! Wenn es wächst, im Mutterleib strampelt und die künftige Mama das werdende Leben in sich spürt, dann sagt ihr das Baby auf seine Weise nichts anderes als:

„Mama, ich hab‘ Dich lieb!“

Begräbnis  von KindernManchmal jedoch bleiben diese stummen Signale die einzigen Lebenszeichen des Kindes. Manchmal fehlen sie auch ganz. Still geboren ist seine Ankunft auf dieser Welt zugleich auch ein Abschied für immer.

Familie und Geschwister, ganz besonders aber die Mutter, unter deren Herzen das Baby herangewachsen ist, haben ein Recht darauf, in Liebe und mit Würde Abschied zu nehmen, ihr Kind „an die Hand zu nehmen“ und den viel zu frühen letzten Weg gemeinsam mit ihm zu gehen, so wie man auch ein lebendes Kleinkind niemals allein einen weiten Weg gehen lassen würde.

Auch ein still geborenes Kind sollte einen Namen bekommen. Er schenkt ihm Persönlichkeit und unterstreicht die Einmaligkeit und Unersetzlichkeit dieses wunderbaren kleinen Menschen.

Doch so natürlich, menschlich und verständlich das alles auch klingt: Eine Selbstverständlichkeit ist solch einfühlsames Verhalten noch längst nicht. Noch immer müssen viele Eltern in dieser extrem belastenden Situation um das Recht auf eine menschenwürdige Bestattung ihres Kindes kämpfen.

Totgeburt und Fehlgeburt – Die kalte Amtssprache

Von einer Totgeburt spricht man, wenn das Geburtsgewicht eines im Mutterleib oder unter der Geburt gestorbenen Babys mindestens 500 g beträgt. Für diese Kinder besteht in Deutschland Bestattungspflicht. Wird ein totes Kind mit einem geringeren Gewicht geboren, so liegt amtssprachlich eine Fehlgeburt vor. Hier gibt es keine Bestattungspflicht, wohl aber einen Bestattungsanspruch der Eltern.

Abschied und Trauer

Trauer beginnt nicht erst mit der Bestattung, sondern gleich nach der stillen Geburt, meist sogar schon früher.

Das Kind sehen und streicheln, es ganz nahe bei sich haben, Zeit allein mit ihm verbringen dürfen, mit ihm reden, es selbst versorgen und für die Bestattung vorbereiten, einen Hand- oder Fußabdruck, eine Haarlocke oder die Kerze mit nach Hause nehmen dürfen, die während der stillen Geburt brannte; Fotos, das letzte Ultraschallbild oder das Namensbändchen vom Krankenhaus – all das sind kleine aber unendlich wichtige Schritte, um Abschied nehmen und überhaupt trauern zu können. Es sind wertvolle Eindrücke und Erinnerungen an einen geliebten kleinen Menschen, der wie ein warmer Sonnenstrahl nur für einen Moment ins Leben der Eltern geleuchtet hat, Erinnerungen, die für immer reichen müssen!

Aufbahrung

Totgeborene Kinder dürfen - wie jeder andere Verstorbene auch - für 36 Stunden ohne besondere Genehmigung zu Hause aufgebahrt werden. Einziger Vorbehalt: Die Überführung vom Krankenhaus nach Hause muss durch den Bestatter erfolgen.

Bestattung

Vielen Eltern ist es wichtig, an den Bestattungsvorbereitungen teilzunehmen. Zeitdruck und Stress haben hier keinen Platz. In den meisten Fällen kann die Beerdigung warten, bis die Mutter sich zumindest körperlich etwas erholt hat und selbst mitbestimmen und mittun kann.

Nun gilt es, zu überlegen, wo das Baby begraben werden soll, etwa im Familiengrab bei Oma oder Opa, in einem ruhig und sonnig gelegenen Einzelgrab oder lieber dort, wo es unter anderen Sternenkindern nicht allein ist. Die Eltern können wählen zwischen Erd-, Feuer- oder Seebestattung.

Die Bestattungsfeier vorbereiten und mitgestalten, den Sarg, Blumen, Texte und Musik auswählen – vor allem Mütter legen in dieses Wenige, das sie für ihr Kind tun können, ihre ganze Liebe. Für die Eltern still geborener Kinder ist die Bestattung Anfang und Ende zugleich, ist Leben und Tod ganz nahe beieinander. Die Bestattung soll Raum und Zeit bieten für einen gefühlvollen, würdigen Abschied, stilles Gedenken, Fragen, gelebte Gefühle, liebevolle Worte, Musik, Erinnerungen und Gebete.

Manche Eltern verlesen einen Abschiedsbrief an das Kind, den sie anschließend mit ins Grab legen.

Das Band der Liebe

Dem Kind etwas mit auf den Weg geben – so können Eltern über den Tod hinaus ein Band der Liebe knüpfen: einen Teddy, dessen „Zwillingsbruder“ bei Eltern und Geschwistern zu Hause wohnt, den Teil eines Seidentuches, dessen andere Hälfte Mama zum Kuscheln mit nach Hause nimmt, einen Abschiedsbrief, eine Haarlocke von Mama, Papa und den Geschwistern…

... ohne Grab

Nicht alle Eltern haben einen Platz, an dem sie um ihr Baby trauern können. Und doch schaffen sie sich einen Ort des Gedenkens und der Erinnerung, gestalten ihn voller Herzenswärme und bewahren das Band der Liebe zu ihrem Kind, indem sie etwa einen Platz in der Wohnung mit Blumen, Fotos, Zeichnungen der Geschwister und Kerzen schmücken.
 


 
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