Heutzutage ist es nicht mehr unüblich, für den eigenen Tod vorzusorgen und auch für die eigene Bestattung alles vorab zu regeln. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen gilt Altern und Sterben in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft nicht mehr als Tabu, zum anderen hat derjenige, der vorsorgt, das gute Gefühl, dass im Falle seines Todes alles so gehandhabt wird, wie er sich das gewünscht hat. Nicht zuletzt dominiert der Wunsch, die eigenen Nachkommen in ihrer Trauer nicht auch noch mit den finanziellen Aspekten der Bestattung zu belasten. Auch hierfür lässt sich vorsorgen.

Krematorium Einäscherung Auffällig dabei ist, dass sich immer mehr Menschen für eine Feuerbestattung entscheiden. Zurzeit sind es rund fünfzig Prozent aller Deutschen, die für sich eine Einäscherung wünschen. Namen Urnengräber früher noch eine verschwindend geringe Fläche der Friedhöfe in Anspruch, wächst ihre Anzahl stetig - und auch ihre Akzeptanz. Denn nach wie vor gibt es bei der Feuerbestattung starke regionale Unterschiede. Während sich beispielsweise in Berlin knapp achtzig Prozent der Bevölkerung für das Verbrennen entscheiden, liegt die Zahl in stark katholisch dominierten Gegenden bei etwa fünfunddreißig Prozent. Dies mag seine Ursache darin haben, dass die katholische Kirche ihren Anhängern die 1874 in Deutschland wieder eingeführte Feuerbestattung erst ab 1963 erlaubte.

Dabei ist die Methode der Feuerbestattung uralt. Bis weit in die Steinzeit zurück lässt sich der Brauch, Verstorbene einzuäschern, verfolgen. Nachdem dieser Brauch hierzulande über Jahrhunderte verschwunden war, wurde 1878 das erste Krematorium der Neuzeit auf deutschem Boden im fortschrittlichen und liberalen Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha errichtet.

Trotz diverser Vorbehalte vornehmlich religiöser Natur vollzog sich in den letzten hundert Jahren ein grundlegender Wandel der Bestattungsgewohnheiten der Deutschen. Ungefähr 150 Krematorien gibt es mittlerweile in Deutschland. Diese werden nicht mehr nur durch kommunale Trägerschaft, sondern auch von privaten Anbietern betrieben. Auch dies kann als weiterer Schritt zur Normalisierung der immer noch als sehr modern angesehenen Bestattungsmethode gewertet werden. Den Kunden, die sich für eine Verbrennung entschieden haben, garantiert der Wettbewerb nicht nur größere Wahlmöglichkeiten, sondern auch einen verbesserten Service und günstigere Preise.

Im Krematorium - Der Einäscherungsvorgang

Heute ist es möglich, sich von den einzelnen Krematoriumsbetreibern die genauen Abläufe erklären zu lassen. Moderne Krematorien bieten sogar Führungen für Interessierte an. Immer wieder sind die Menschen überrascht, dass sich im Inneren eines Krematoriums nichts Furchteinflößendes verbirgt. Generell unterscheidet man zwei verschiedene Bauarten von Krematorien: Diejenigen mit Flachbettofen und diejenigen mit Etagenofen. In beiden Fällen wird der Verstorbene in einen Einäscherungssarg gelegt, Dieser besteht aus besonders umweltschonenden Materialien, damit sich bei der Verbrennung die Umweltbelastung durch den Rauch in Grenzen hält. Deutschlands Krematorien verfügen über hochmoderne Filteranlagen. Schließlich unterliegen sie alle den strengen Umweltbestimmungen der Bundes-Immissionsschutzverordnung.

Auch die ethischen Grundregeln im Umgang mit dem Verstorbenen sind festgeschrieben. DIN EN 15017 regelt seine würdige und respektvolle Behandlung in den Krematorien, wie beispielsweise die Bestimmung, den Verstorbenen unversehrt einzuäschern.

Wer hier auf Nummer sicher gehen will, fragt nach dem Siegel „Kontrolliertes Krematorium“, das vom Arbeitskreis kommunale Krematorien im Deutschen Städtetag vergeben wird. Krematoriumsbetreiber können sich darüber hinaus freiwillig dazu verpflichten, die Bestimmungen des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) e.V. oder des Bundesverbands Deutscher Bestatter einzuhalten. Ein weiteres Gütesiegel für Krematorien setzt die VDI-Richtlinie 3891 („Emissionsminderung - Einäscherungsanlagen“).

Auch die Befürchtung einer möglichen Verwechslung kann bei einem Gang durch Krematorium ausgeräumt werden. Sobald ein Bestatter den Sarg mit dem Verstorbenen liefert, wird dieser von Krematoriumsmitarbeitern geöffnet und der dem Toten beigegebene Identitätsnachweis mit den Begleitpapieren verglichen. Ein Rechtsmediziner prüft noch einmal, ob Widersprüche zu der vom Arzt angegebenen Todesursache erkennbar sind.

Sind alle Zweifel ausgeräumt, wird nun an der Außenseite des Sargs ein computergenerierter Ausdruck befestigt, der Angaben wie den Namen des Verstorbenen, seinen Geburts- und Todestag sowie eine individuelle Nummer enthält. Diese Nummer wird auch einem unverbrennbaren Schamottstein eingeprägt, der mit dem Verstorbenen den gesamten Einäscherungsprozess durchläuft. Eine Verwechslung ist somit ausgeschlossen. Bis zur Versiegelung der Urnenkapsel begleitet den Verstorbenen diese Nummer. Die Urnenkapsel selbst erhält einen dokumentenechten Aufdruck.

Die Auswahl des Krematoriums

Im Folgenden finden Sie einen groben Leitfaden, der bei der Auswahl des Krematoriums helfen kann. Je nachdem, welcher Service gewünscht ist, wie die Beisetzung erfolgen soll und durch wen die Leichenüberführung vorgenommen wird, kommen verschiedenen Anbieter in Frage.

Serviceangebote

Viele moderne Krematorien verfügen sogenannte Abschieds- oder Trauerhallen - helle, freundliche Räume, in denen sich die Angehörigen am Sarg von dem Verstorbenen verabschieden können. Manche sind mit einer Orgel, in jedem Falle aber einer Musikanlage ausgestattet. Wenn eine Trauerfeier direkt vor Ort gewünscht ist, sollte das Krematorium über solch eine Halle verfügen.

Bei manchen Krematorien ist es den Angehörigen sogar möglich, beim Einfahren des Verstorbenen in den Ofen dabei zu sein. Dieser endgültige Abschied trägt oftmals zu einem besseren Gefühl der Hinterbliebenen bei. Ein letzter Blick in den Sarg kurz vor der Verbrennung beruhigt zudem all jene, die immer noch Sorgen ob einer möglichen Verwechslung haben.

Beisetzung

Die Beisetzung der Asche in der Urnenkapsel, die zumeist noch in eine Schmuckurne verbracht wird, erfolgt durch den beauftragten Bestatter, seltener durch das Krematorium selbst. Nach deutschem Recht ist die Beisetzung der Urne eigentlich nur auf Friedhöfen bzw. in Kolumbarien (Urnen-Häusern) möglich, aber auch Seebestattungen der Urne werden zunehmend möglich. Einzig das Mitnachhausenehmen der Urne muss über Umwege über das Ausland erfolgen. Eine gesetzliche Verpflichtung, die Kremation selbst in Deutschland vornehmen zu lassen, besteht nicht. So entscheiden sich immer mehr Menschen für die Einäscherung im grenznahen Ausland - vor allem aus Kostengründen.

Überführung

Andererseits ist es günstig, ein möglichst nahe am Wohn- und Sterbeort gelegenes Krematorium zu wählen. Schließlich entstehen nicht zuletzt bei der Überführung des Leichnams Kosten. Manche Krematorien bieten selbst den Überführungsservice an. In der Regel ist dies bedeutend preisgünstiger als der Transport durch den Bestatter.


 
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