Ist ein Trauerfall eingetreten, müssen Angehörige sich unmittelbar mit einigen Formalitäten befassen, damit der Verstorbene würdig überführt und bestattet werden kann. Ein Bestattungsunternehmen übernimmt in dieser schwierigen Zeit die Organisation und Beratung. Der Ablauf und die zeitlich einzuhaltenden Vorgaben zur Überführung des Leichnams sind im Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Allgemein können die nachstehenden Vorgaben zur Überführung eines Leichnams berücksichtigt werden.

Was ist zu tun, wenn ein Todesfall im häuslichen Umfeld eintritt?

Tritt ein Todesfall im häuslichen Umfeld ein, muss zunächst der Hausarzt benachrichtigt werden. Er stellt unmittelbar vor Ort eine Todesbescheinigung aus. Nach Feststellung des Todes und Ausstellung der Papiere ist ein Bestattungsunternehmen zu beauftragen. Der Bestatter Ihrer Wahl muss den Leichnam je nach regionaler Vorschrift nach 36 Stunden in eine Kühlzelle überführen. Die Überführung darf nur in einem eigens dafür ausgestatteten Leichenfahrzeug vorgenommen werden.

Wie ist der Ablauf, wenn ein Angehöriger in einer Einrichtung verstirbt?

Stirbt ein Mensch in einem Krankenhaus, Hospiz, Pflegeheim oder einer anderen Einrichtung, kümmert sich das Personal um die Benachrichtigung des Arztes, der Ausstellung der nötigen Papiere und der Benachrichtigung des Bestatters. Die Auswahl des Bestattungsunternehmens obliegt hierbei den Angehörigen. Sind diese innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums bis zur Überführung nicht erreichbar, beauftragt die Einrichtung einen Bestatter zwecks Transport, die Angehörigen haben nach Benachrichtigung jedoch im Anschluss die Möglichkeit, ein Bestattungsunternehmen ihrer Wahl für die weiteren Schritte zu beauftragen. Der Verstorbene muss nach spätestens 36 Stunden nach Eintritt des Todes überführt werden, in Ausnahmefällen, wenn keine gesundheitlichen Gefahren zu befürchten sind und eine würdige Bestattung gewährleistet ist, kann die Ordnungsbehörde auch eine Überschreitung des Zeitrahmens bis zur Beerdigung genehmigen, die nach spätestens acht Tagen erfolgen muss. Speziell Kliniken verfügen über gesonderte Kühlzellen zur Aufbahrung bis zur Bestattung.

Wie verhält man sich bei einem Todesfall im Ausland?

Tritt ein Todesfall im Ausland ein, muss geklärt werden, ob eine Bestattung vor Ort erwünscht ist oder ob der Leichnam zur Beerdigung nach Deutschland überführt werden soll. Unabdingbar ist in jedem Fall die Feststellung des Todes durch einen Arzt vor Ort, der auch einen formell gültigen Todesschein ausstellt. Weiterhin muss der Sterbefall dann bei den zuständigen Behörden vor Ort (Standesamt) angezeigt wird, damit für den weiteren Transport ein Leichenpass ausgestellt werden kann.


Für die Rückholung des Verstorbenen nach Deutschland muss ein Bestattungsunternehmen beauftragt werden, das den Transport organisiert. Hier kommt sowohl ein heimischer Bestatter als auch ein Bestattungsinstitut, das vor Ort ansässig ist, in Frage. Sind keine Angehörigen vor Ort oder ist eine Anreise an den Sterbeort nicht möglich, ist das Deutsche Konsulat für die Organisation der Überführung nach Deutschland möglich. Ferner muss bei Sterbefällen von Deutschen im Ausland innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten das zentrale Standesamt I in Berlin benachrichtigt werden.

Was ist bei einer Überführung in das Ausland zu beachten?

Soll der Leichnam in das Ausland überführt werden, so sind die gesetzlichen Überführungsbestimmungen des Ziellandes und der Durchführländer bezüglich der Transportwege und Papiere streng zu beachten. Informationen erhält man über die dort zuständigen Botschaften und Konsulate, die Organisation kann dort ansässigen Bestattern übertragen werden.

Welche Dokumente sind für den Überführungstransport nötig?

Für die Überführung innerhalb einer Gemeinde werden folgende Dokumente benötigt:

  • Die Todesbescheinigung (Durchschrift) und ...
  • die Sterbeurkunde des Standesamts oder eine Genehmigung, dass die Bestattung vor Eintragung vorgenommen werden darf.
  • In seltenen Fällen, wenn ein nicht natürlicher Tod vermutet wird, ist eine Bestattungsgenehmigung der Staatsanwaltschaft nötig.

Bei Überführung des Leichnams zur Einäscherung muss durch das zuständige Standesamt bescheinigt werden, dass die Todesursache natürlich ist. Für den Transport über das Gebiet eines Bundeslandes hinaus oder ins Ausland muss die Ausstellung eines Leichenpasses erfolgen.

Welche zeitlichen Vorgaben müssen beachtet werden?

Die Überführung des Leichnams muss spätestens nach 36 Stunden erfolgen, sofern keine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Die Bestattung darf frühestens 48 Stunden nach dem Eintritt des Todes vorgenommen werden.
Wird der Leichnam nicht im Kühlhaus oder in einer Leichenhalle aufgebahrt, muss spätestens nach 96 Stunden die Überführung oder Bestattung vorgenommen werden.

Wie wird der Leichnam hergerichtet?

Vor der Überführung wird der Leichnam durch den Bestatter hygienisch versorgt. Es erfolgt eine gründliche Reinigung des Verstorbenen, Augen und Mund werden geschlossen, der Leichnam wird sorgsam frisiert, medizinische Hilfsmittel wie Zahnprothesen werden entfernt. Nach einer Einkleidung, nach Wunsch mit ausgewählter eigener Kleidung, wird der Verstorbene in den Sarg eingebettet.

Wie erfolgt der Transport?

Der Transport eines Leichnams zur Überführung in eine Leichenhalle oder Kühlzelle bis zur Bestattung darf im Straßenverkehr nur in eigens dafür geeigneten Leichenwagen vorgenommen werden. Der Leichnam muss in einem Sarg transportiert werden. Der Sarg kann innerhalb des Leichenwagens fest arretiert werden, so dass ein Verrutschen vermieden wird. Der Laderaum ist von der Fahrerzelle getrennt verschlossen, der Boden des Fahrzeugs ist undurchlässig, die Innenzelle mit gut zu reinigenden Materialien ausgekleidet. Die Fenster sind abgedunkelt oder pietätvoll mit Vorhängen ausgekleidet.

Wohin wird der Leichnam überführt?

Nach der Überführung wird der Verstorbene bis zur Bestattung in einer Leichenhalle auf dem Friedhof oder beim Bestatter aufgebahrt. In sogenannten Kühlzellen wird der Leichnam bis zur Beisetzung gelagert, Angehörige haben die Möglichkeit, hier vom Hinterbliebenen Abschied zu nehmen. Auf Wunsch kann der Verstorbene zur Abschiednahme im offenen Sarg aufgebahrt werden.

Wer hilft bei der Auswahl des Sarges?

Die Auswahl eines Sarges ist für die Angehörigen des Verstorbenen oftmals besonders wichtig und ermöglicht eine würdevolle Beerdigung nach eigenen Wünschen. Der Sarg sollte vor der Überführung des Leichnams erfolgen. Soll der Verstorbene eingeäschert werden, wird von den Angehörigen zudem eine Urne zur Bestattung der sterblichen Überreste ausgewählt. Die Organisation erfolgt über das Bestattungsunternehmen.


 
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