Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bricht für die meisten Menschen eine ganze Welt zusammen. Der Verlust ist groß und der Schmerz schier unerträglich. Doch es gibt glücklicherweise viele Möglichkeiten zur Trauerbegleitung, die wir auch Ihnen ans Herz legen können.

Was ist überhaupt Trauer?

Trauer übermannt früher oder später all jene, die einen herben Verlust erlebt haben. Wann genau auch bei Ihnen die Trauer ausbricht, kann Ihnen niemand genau sagen. Es dauert eine Weile, bis Sie den Verlust überhaupt realisiert haben. Erst dann zeigt sich Trauer durch meist starke emotionale Reaktionen. Sie weinen, sind verzweifelt und vielleicht sogar wütend über das Geschehene. Nicht nur seelisch ist Trauer zu erkennen, sondern häufig auch körperlich. Lustlosigkeit macht sich breit und es fällt Ihnen schwer, den Alltag zu bewältigen.

Trauer TrauerbewältigungNicht selten zeigt sich Trauer körperlich. Schmerzen, die Sie bisher nie hatten, machen Ihnen schwer zu schaffen. Auch Ängste können durch den Verlust ausgelöst werden, denen Sie nicht mehr Herr zu werden scheinen. Es gibt keine Möglichkeit, der Trauer durch Ablenkung oder Diskussionen zu entkommen. Auch das Ignorieren schlechter Gefühle wird Ihnen bei der Trauerbewältigung nicht helfen. Einzig und allein Sie haben es in der Hand – durch ein gezieltes und vor allen Dingen kontrolliertes Durchleben jeder einzelnen Phase der Trauer.

Wie Sie persönlich trauern, wird Ihnen fast schon in die Wiege gelegt. Jeder Mensch findet seinen ganz eigenen Weg, mit Trauer umzugehen. Sie dürfen Ihren Gefühlen in der Trauerphase – gleich wie lange sie andauern mag – freien Lauf lassen.

Trauerbegleitung

Es gibt viele Möglichkeiten, sich selbst in Ihrer schweren Zeit zu helfen. Die wohl beste Lösung ist es, sich mit anderen Angehörigen auseinanderzusetzen und zusammen zu trauern. Schließlich kennt niemand Sie und den Verstorbenen besser, als das persönliche Umfeld. Sie können stützen und sich gleichzeitig stützen lassen. Das gilt natürlich nicht nur bei seelischen Schwierigkeiten, sondern auch bei der Bewältigung des Alltags sowie der Planung der anstehenden Bestattung. Häufig kann aber genau diese persönliche Trauerbewältigung neue Probleme nach sich ziehen. Wenn Ihnen gar niemand mehr helfen kann, können Sie sich durchaus an professionelle Trauergruppen wenden. Dort befassen sich ausschließlich Fachleute mit Ihrer Thematik, hören Ihnen zu und stützen Sie.

Neben Trauergruppen bieten auch Kirchen die Möglichkeit, Ihre Trauer zu bewältigen. Gerade als gläubiger Mensch sind Sie hier gut aufgehoben. Spezielle Seelsorger sowie der Pfarrer nehmen sich Ihrer an und werden Ihnen solange zur Seite stehen, bis es Ihnen tatsächlich wieder besser geht. Sie werden schnell feststellen, dass Sie nicht alleine sind. Es gibt zahlreiche Optionen, die Ihnen in schwerer Stunde offen stehen. Niemand wird Ihnen abverlangen, die Zeit der Trauer allein durchzustehen. Sie selbst entscheiden, wann und wem Sie sich anvertrauen.

Professionelle Trauerbegleiter

Wenn Sie im Umfeld niemanden finden, der Sie unterstützen kann, so steht es Ihnen frei, sich für einen professionellen Trauerbegleiter zu entscheiden. Sie müssen sich keine Sorgen machen, denn Trauerbegleiter werden Sie keineswegs zu irgendetwas drängen. Sie selbst sind es, der die Zügel in der Hand behält und bestimmt, in welchem Tempo der Trauer entgegengewirkt werden soll. Wenn Sie einen Zuhörer brauchen, ist der Trauerbegleiter genau die richtige Wahl für Sie. Selbst, wenn Sie nur dasitzen und Ihnen das Gefühl gegeben wird, dass Sie nicht alleine sind: genau dazu ist ein Trauerbegleiter da. Sie selbst entscheiden, ob und was Sie ihm anvertrauen möchten.

Trauerbegleiter haben das Schlimmste meist schon selbst durchlebt und können Ihre Gefühle durchaus nachempfinden. Sie werden nicht in eine Rolle gedrängt und niemand schreibt Ihnen vor, auf welche Weise Sie trauern sollen. Häufig sind Trauerbegleiter ehrenamtlich tätig. Das bedeutet, dass Sie ganz ungezwungen und ohne jede finanzielle Sorge mit Ihrem neu gewonnen Ansprechpartner über das Erlebte und Gefühlte reden können. Speziell ausgebildete Trauerbegleiter, die ihre Aufgabe zum Beruf gemacht haben, können Sie durch besondere psychologische Fachkenntnisse noch intensiver unterstützen. Sie selbst haben die Wahl. Wenn Sie mögen, können Sie auch mehrere Versuche starten. Schließlich steht das Vertrauensverhältnis bei der Trauerbewältigung an erster Stelle.

Hilfe aus dem Umfeld

Mit dem Tod eines geliebten Menschen stirbt ein Teil von Ihnen selbst. Dies zeigt sich besonders in Ihrem gewohnten Lebensumfeld, dem Sie häufig nicht mehr standhalten können. Die Kraftlosigkeit, die Sie während einer langen Zeit begleitet, macht Ihr Familienleben besonders schwer.

  • Statt Ihrem Umfeld nun komplett aus dem Weg zu gehen, sollten Sie sich möglichst mit engen Vertrauten zusammensetzen und auseinandersetzen. So erfahren Sie die Unterstützung, die Sie in der schweren Zeit besonders dringend benötigen. Jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis könnte Ihnen zum Beispiel alltägliche Dinge abnehmen, wie das Waschen, Kochen oder den Haushalt als solches.
  • Versuchen Sie, sich nicht allzu sehr zurückzuziehen. Gehen Sie offensiv auf die Menschen zu, die Ihnen auch vor dem Tod des Angehörigen viel bedeutet haben. Nur so haben diese eine Chance, Ihre Gefühle zu verstehen und Ihnen zu helfen. 
  • Zudem sollten Sie Ihren Alltag noch einmal ganz neu strukturieren, um sich nicht selbst komplett in Ihre Trauer zu verrennen. Zudem sind Sie nun in der Pflicht, die Aufgaben Ihres Angehörigen selbst zu übernehmen oder unter anderen Verwandten und Freunden aufzuteilen.

Kondolenz - Anteilnahme zeigen

Ein wichtiges aber gleichsam schwieriges Thema ist das Zeigen von Anteilnahme im Trauerfall, die Kondolenz. In kaum einer anderen Lebenssituation fällt das „auf einen Menschen Zugehen“ so schwer wie hier. Nicht selten überwiegt die Ratlosigkeit, wie man betroffenen Menschen gegenübertritt, welches Verhalten anzubringen und welche Wortwahl die angemessene ist. Doch schon das Befolgen kleinerer Verhaltensrichtlinien schafft die Sicherheit, die für alle Seiten hilfreich ist.

Das Wort Kondolenz stammt von den lateinischen Begriffen „con dolor“ für „mit Leid/mit Trauer“. Noch deutlicher zeigt sich die Wortherkunft, sobald das dazugehörige Adjektiv von dolor konsultiert wird. „dolens“ bedeutet übersetzt „in Trauer“ oder „trauernd“. Gemeinsam mit dem Beiwort „con“ befindet man sich also in einer gemeinsamen Trauer, wobei auch der deutsche Begriff „Beileid“ aus selbigen Übersetzungsgedanken hervorgeht.

Seit vielen Generationen wird Kondolenz oftmals in Form von traditionellen Ritualen geübt. Häufig zeigt sich das Bild, dass sich die nächsten Angehörigen eines Toten im Anschluss der Trauerfeier gemeinsam aufstellen, um die Beileidsbekundungen der übrigen Trauergäste zu empfangen. Auf diese Weise ist es jedem noch einmal möglich, ein persönliches Wort an sie zu richten. Auch der allgemein bekannte Ausruf „mein herzliches Beileid!“ entspringt maßgeblich dieser engen Ritualverbundenheit.

Die richtigen Worte der Anteilnahme

Beileid ausdrücken - KondolierenWie bereits erwähnt, fällt es vielen Kondolenten schwer, die richtigen Worte zu finden und zu erkennen, welches Verhalten angebracht ist. Niemand wird hier gezwungen, über seine Sozialkompetenzen hinaus zu agieren, clevere Reden zu schwingen oder sich gänzlich zu verbiegen.

Grundsätzlich gilt: Auch der besagte Standardsatz „mein herzliches Beileid“ bleibt stets eine liebevolle Option, mit der nichts falsch gemacht werden kann. Kurz und bündig drückt er all das aus, was den Hinterbliebenen eine wichtige Stütze ist. Hierzu gehört vor allem Mitgefühl, sowie das Errichten einer Art Union. Nahe der Redewendung „geteiltes Leid ist halbes Leid“ tut das Bewusstsein der gemeinsamen Trauer gut. Denn „im selben Boot sitzen“ bedeutet gegenseitige Hilfe und Stütze.

Sollte man hingegen eine persönlichere Wortwahl bevorzugen, muss sich die Aufgabe nicht gleich maßlos erschweren. Zunächst gilt auch hier die einfache Regel: Wer sich mit dem Standardsatz nicht wohl fühlt, sollte ihn nicht sagen. Was zunächst profan klingt, verdeutlicht sich aber um so mehr, wenn man sich vor Augen führt, worum es bei einer Beileidsbekundung geht: Ehrlichkeit und Nächstenliebe.

Während die Forderung nach Ehrlichkeit im Umkehrschluss eigentlich jedwede ernst gemeinte Ausdrucksweise (etwa „es tut mir Leid“ oder „ich werde für dich da sein“) zulässt, eröffnet das die Nächstenliebe einen weiteren wichtigen Raum für die Situation vieler Kondolenten.

So stellt sich nicht selten die Situation, dass ein Trauergast mit dem Toten vielleicht gar nicht so vertraut war, mit einem Angehörigen dafür aber umso mehr. Doch auch in diesem Fall muss nicht gleich die Annahme entstehen, dass die eigene Anteilnahme als unverhältnismäßig oder unecht empfunden wird, da sich das Beileid nicht an den Toten, sondern an die Hinterbliebenen richtet. Ob nun die Erfahrung des unmittelbaren Verlusts eines vertrauten Menschen oder das Mitgefühl mit den Angehörigen überwiegt, das Motiv einer Trauer bleibt egal. Die daraus ergehende Anteilnahme jedoch stets ehrenwert.

Das Kondolenzbuch

Der Schreiben in ein Kondolenzbuch ist für viele Trauernde eine wichtige Geste. Deshalb sollten Sie sich auch hier um die richtigen Worte bemühen. Oft werden Gedichte oder Zitate aus in das Kondolenzbuch eingetragen, wobei persönliche Worte meist von mehr Gefühl zeugen, Also auch wenn es Ihnen schwer fällt sind ein paar ehrliche Worte oft mehr Wert als ein Zitat von Schiller oder Lessing. Vergessen Sie auch nicht Ihre Unterschrift! Speziell wenn man den Verstorbenen recht gut gekannt hat, sind persönliche Worte sehr wichtig.

Aber selbst wenn Sie den Toten nicht persönlich oder nur flüchtig kannten, haben viele das Bedürfnis, Ihr Beileid zu bekunden. Dafür ist aus gutem Grund das Kodolenzbuch vorhanden.

Kondolenzbücher können Sie im Schreibwarenhandel erwerben, beim Bestatter, oder über das Internet. Hier ein paar ausgewählte Beispiele:

Bei einem Verstorbenen, der nicht in der Öffentlichkeit stand, ist ein Kondolenzbuch weniger verbreitet. Hier werden eher Trauerkarten und direkte Beileidsbekundungen genutzt. Je größer die Trauergemeinde, um so verbreiteter ist aber die Nutzung des Kondolenzbuches, da hiermit die Öffentlichkeit den Angehörigen Ihr Beileid aussprechen können. 

In diesem Fall liegt das Kondolenzbuch am Ort der Trauerfeier, im Rathaus oder bei dem letzten Wohnsitzes des Verstorbenen aus. In der Regel liegt ein solches Kondolenzbuch für einige Zeit öffentlich aus. Anschließend wird es den Angehörigen übergeben. Das Kondolenzbuch verdeutlicht so die Bedeutung des Verstorbenen - zeigt Hinterbliebenen, wie viele Menschen Anteil nehmen und hilft so bei der Verarbeitung der Trauer.

 

Erstellen eines Trauerblogs

Einigen Hinterbliebenen hat es geholfen, Ihre Trauer im Internet zum Ausdruck zu bringen. Sich die Gefühle und Gedanken von der Seele zu schreiben mag zu Erleichterung der Gefühlswelt beitragen. Außderdem sind solche Blogs ein Andenken an den Verstorbenen und bringen so die große Liebe der Verwandten oder Freunde zum Ausdruck.

Was is einem Trauerblog aufgeschrieben werden kann ist durch Nichts festgelegt. Diese Art der Trauerbewältigung ist relativ neu. Vielleicht ist es eine Hilfe sich solche Blog einmal selber anzusehen.

Beispiele für Trauerblogs sind:

http://www.trauer-um-florian.de/
von Gabriele Gérad


http://trauerkultur.blogspot.de/
(von Wilhelm Hermann Jung)

 


 
Alle Leistungen dieser Seite sind zu 100% kostenfrei. Damit dies so bleiben kann würden wir uns über eine Spende freuen.